Elternbrief zum Schuljahresende

Liebe Eltern,

selten habe ich Ihnen so viele Eltern- und Informationsbriefe schreiben müssen wie in diesem Schulhalbjahr und häufig gedacht, dies sei der letzte Brief gewesen. Zum Abschluss dieses Schuljahres hatte ich daher gehofft, mich etwas kürzer fassen zu können. Beim Schreiben habe ich jedoch gemerkt, dass mir sehr viele Gedanken durch den Kopf gehen. Einige davon möchte ich zum Schuljahresende noch an Sie weiter geben:

Zuerst einmal ein paar persönliche Worte:

Nach drei Monaten Corona-Pandemie und der ersten längeren Schulschließung, die ich miterleben musste, einer von vielen gewünschten, von anderen kritisch beäugten Öffnung der Schule und der dann endgültigen Schließung bis zu den Sommerferien, nehme ich mir an dieser Stelle zu Beginn ein paar persönliche Worte zum Schuljahresabschluss heraus:

Ich bin Vater einer schulpflichtigen und einer „fast-schulpflichtigen“ Tochter. In meiner Familie konnte ich Erfahrungen im familiären Distanzlernen bei gleichzeitig voller Berufstätigkeit und phasenweisem Homeoffice sammeln. Auch wenn ich nicht immer für alle zufriedenstellende Lösungen finden konnte, hat dies für einige Anliegen den Blick und das Verständnis geschärft. Ich bin fest der Überzeugung, dass Sie als Eltern in jedem Fall Hervorragendes geleistet haben. An manchen Tagen haben Sie vielleicht die Unlust Ihrer Kinder geduldig ausgehalten. Sie haben Urlaub geopfert, zum Lernen aufgefordert, Lerninhalte wiederholt, Wochenpläne strukturiert, mit Lehrkräften telefoniert und kommuniziert, E-Mails beantwortet, Arbeitszeiten verschoben und Ihre Kinder zur Selbstständigkeit aufgefordert, weil auch Sie weitere Aufgaben erfüllen mussten. Sie haben Sorgen und Ängste bearbeitet, Motivation geschürt und Lernerfolge Ihrer Kinder genossen. Trotzdem haben wir alle gemerkt, dass etwas fehlte: Die Lindenschule. Der Unterricht. Die Schulgemeinschaft.

Seit der ersten Schulöffnung im Mai sind Ihre Kinder an den Präsenztagen fröhlich und auf die Situation vorbereitet in der Schule erschienen. Verhaltensregeln wurden so gut es ging eingehalten und, auch wenn manchmal ein wenig müde, in den wenigen Stunden motiviert gelernt und Unterricht wertgeschätzt.

Für die Unterstützung Ihrer Kinder, unserer Schülerinnen und Schüler, und die Offenheit, Solidarität und Unterstützung, die Sie meinen Kolleg*innen und mir entgegen gebracht haben, möchte ich mich ausdrücklich bei Ihnen bedanken!

Ich habe den Eindruck und die große Hoffnung, dass durch die Covid19-Pandemie, unsere Schulgemeinde noch mehr zusammengewachsen ist und dass Schule, geregelter Unterricht und Betreuung nicht als selbstverständlich, sondern als wertvoll wahrgenommen werden. Ich wünsche mir sehr, dass wir dieses gegenseitige Vertrauensverhältnis und die Offenheit in der Kommunikation aus der Pandemiezeit in einen hoffentlich geregelten Alltag nach den Sommerferien hinüber retten können.

Ich bin sicher, im Großen und Ganzen werden wir uns erholen, und zugleich all unser erworbenes Wissen, Können und unsere Haltung im Umgang mit dieser Pandemie speichern und im Bedarfsfall wieder nutzen können. Auch mit vielleicht entstandenen Lernrückständen werden wir gemeinsam mit Ihnen umgehen, die Kinder unterstützen, fördern und Inhalte anpassen. In einer hoffentlich nach den Sommerferien wieder „regulären Beschulung“.

 

Dann ein paar Worte zum neuen Schuljahr:

Für das neue Schuljahr möchte ich Sie bitten, das nachstehend aufgeführte Mathematikbuch als Elternanteil bis zum Schuljahresanfang anzuschaffen:

  1. Schuljahr MiniMax Schülerpaket 2.Jg. (Klett Verlag – neue Ausgabe ab 2019) ISBN 978-3-12-280640-8
  1. Schuljahr MiniMax 3. Arbeitsheft zum Ausleihmaterial (Klett Verlag – alte Ausgabe ab 2013) ISBN 978-3-12-280554-8 
  1. Schuljahr MiniMax 4. Arbeitsheft zum Ausleihmaterial (Klett Verlag – alte Ausgabe ab 2013)  ISBN 978-3-12-280574-6

 

(Empfänger von Arbeitslosengeld II, Grundsicherung und Asylbewerberleistungen wenden sich bitte wegen der Bestellung und Übernahme der Kosten direkt an das Schulverwaltungsamt der Stadt Halle. Zuständig ist Herr Lippold.)

Der erste Schultag im kommenden Schuljahr ist Mittwoch, der 12.08.2020. An diesem Tag haben die Kinder der Klassen 2 bis 4 hoffentlich Klassenunterricht von der 1. bis zur 4. Stunde (ggf. zu gestaffelten Unterrichtzeiten). Ab dem folgenden Tag gelten (auch hoffentlich) die dann ausgeteilten Stundenpläne.

In welcher Form wir unsere 72 neuen Schulanfänger*innen ab Donnerstag, den 13.08.2020 begrüßen dürfen, ist aktuell noch unklar. Wir werden uns wie immer bemühen, auch ihnen einen guten Start in die Lindenschule zu ermöglichen.

 

Nun ein paar überraschende Worte und eine langfristige „Hausaufgabe“ für die Schulgemeinde:

Zusammen mit den bekannten Minimusikern ist es uns in der Coronazeit gelungen, unser Schullied endlich fertig zu stellen. „Lindenschule – Das sind wir!“ heißt unser Lied, welches wir leider aktuell nicht mit den Kindern in der Schule einüben können. Aber es ist uns gelungen, mit den Minimusikern Lars Lütke-Lefert & Till Backhaus ein „Lindenschule-Online-Exklusiv-Mitmach-Konzert“ für unsere Schüler*innen und die Eltern auf die Beine zu stellen, auf welchem u.a. unser Lied vorgestellt wird. Ich würde mich sehr freuen, wenn alle Kinder ab dem 20. Juni 2020 über den Link https://youtu.be/My-Jg1Ikpxk (Dann auch auf unserer Homepage zu finden!) dieses Konzert mit der Uraufführung unseres Liedes besuchen und fleißig unser Schullied zu Hause mitsingen würden. Ich bin guter Hoffnung, dass wir dann im neuen Schuljahr bald gemeinsam auftreten können! Als Unterstützung für das häusliche Üben wird der Schulverein jedem Kind zum Jahresabschluss eine CD unseres Schulliedes schenken.

 

Ein paar abschließende Worte:

 Ich möchte mich, auch im Namen aller Mitarbeiter*innen der Lindenschule, für Ihre Geduld und Unterstützung bedanken. Die vergangenen Monate waren alles andere als einfach. Gerade deshalb geht mein ausdrücklicher Dank an Sie alle, die vielen Menschen, die unsere tägliche Arbeit mit den Kindern unterstützt und bereichert haben, die schon lange Zeit dabei sind (waren) oder neu dazugekommen sind. Durch Sie wird die Lindenschule mit Leben gefüllt und nur in einem gemeinsamen Dialog können wir weiterhin die Herausforderungen, ob sie nun Leistung, Verhalten, Covid-19, Distanzlernen oder Präsenzlernen heißen, für die Schülerinnen und Schüler meistern.

Ich hoffe, im kommenden Schuljahr werden wir wieder viele schöne Erlebnisse gemeinsam gestalten und erleben können. Bleiben Sie gesund!

 

Ein paar allerletzte Worte in letzter Minute:

Die letzten Worte und Gedanken in diesem Brief gehören unseren Viertklässler*innen und ihren Eltern, die wir mit ihnen verabschieden. Ich bin zutiefst traurig, dass wir uns von Ihnen und euch nicht in einer angemessenen Form verabschieden konnten! Ihr und Sie mussten in den letzten Wochen vermutlich die dicksten Brocken schlucken und auf viele Dinge verzichten, auf die wir alle uns schon so gefreut haben und die unser Zusammenleben in der Lindenschule so sehr bereichern. Für euch gab es keine Klassenfahrt nach Spiekeroog und kein Zirkusprojekt, keine Sportlerehrung, kein Handballturnier, keine Fußballkreismeisterschaften (und laut des Trainers hätten wir die bestimmt gewonnen!), keine letzten Patenstunden und nun auch kein noch so kleinen Abschied in der Turnhalle.

Uns bleiben einige schöne Erinnerungen, aber leider nur ein leiser und wenig persönlicher Abschied. Eure „Namensbrettchen“ werden wir in den nächsten Tagen in unserer Schullinde aufhängen. Man wird sie immer gut erkennen können. Sie bleiben und euch hoffe ich irgendwann noch einmal an unserer Schule begrüßen zu können, um euch auch persönlich die besten Wünsche mit auf den Weg zu geben. Danke für die schönen, erlebnisreichen und wahrlich nicht immer einfachen vier Jahre!

Mit freundlichen Grüßen

Maik Evers